Zürich ist eine Stadt, in der der Alltag schnell funktioniert, wenn man die richtigen Gewohnheiten kennt. Viele Dinge sind gut organisiert: der öffentliche Verkehr, das Einkaufen, die Entsorgung, die Wege durch die Stadt. Neuankommende merken aber oft erst nach ein paar Tagen, welche Apps und kleinen Regeln wirklich helfen.
Dieser Artikel ist für die ersten Tage gedacht. Er passt für Kurzaufenthalte, Projektarbeit, einen Start in einer möblierten Wohnung oder die erste Orientierungsphase in Zürich. Es geht um praktische Dinge, die Sie sofort nutzen können, ohne sich schon durch alle langfristigen Themen wie Krankenkasse, Bankkonto oder Versicherungen arbeiten zu müssen.
SBB Mobile: die wichtigste App für Zug, Tram und Bus
Wenn Sie in Zürich neu ankommen, laden Sie am besten direkt die SBB Mobile App herunter. Sie funktioniert nicht nur für Fernzüge, sondern auch für Tram, Bus, S-Bahn und viele Schiffsverbindungen. Für den Alltag reicht oft eine App: Verbindung suchen, Ticket kaufen, Verspätungen prüfen und unterwegs den QR-Code zeigen.
Besonders praktisch ist EasyRide. Vor der Fahrt checken Sie in der App ein, am Ziel wieder aus. Die App erkennt danach die gefahrene Strecke und berechnet das passende Billett. Wenn mehrere Fahrten an einem Tag zusammen günstiger als eine Tageskarte sind, wird laut SBB automatisch der günstigere Tageskarten-Preis verrechnet.
Wichtig ist nur: vor dem Einsteigen einchecken und am Ende wirklich auschecken. Bei einer Kontrolle zeigen Sie das EasyRide-Billett in der App. Wenn Sie oft unterwegs sind, lohnt sich ausserdem ein Blick auf Halbtax, Tageskarten oder ein ZVV-Abo.
ZVV-App: gut für Zürich und Umgebung
Neben SBB Mobile ist auch die ZVV-App hilfreich. ZVV ist der Zürcher Verkehrsverbund, also das Tarifsystem für Zürich und die Region. In Zürich gilt ein Ticket je nach Zone für verschiedene Verkehrsmittel: Tram, Bus, S-Bahn, Schiff und teilweise Bergbahnen im Netz.
Die ZVV-App hat ebenfalls eine Check-in-Funktion. Für kurze Stadtfahrten, Zonenabos und lokale Verbindungen kann sie übersichtlicher sein als SBB Mobile. Sie brauchen nicht beide Apps täglich, aber es ist sinnvoll, beide zu kennen.
Ein praktischer Start: Speichern Sie die Haltestelle bei Ihrer Wohnung und die wichtigsten Ziele wie Arbeitsplatz, Bahnhof, Universität oder Fitnessstudio. So sehen Sie schnell, wann das nächste Tram oder der nächste Bus fährt.
Schweiz entdecken mit Tageskarten
Wer neu in Zürich ist, sollte nicht nur in der Stadt bleiben. Luzern, Bern, Basel, der Rheinfall, St. Gallen, Lausanne oder das Tessin sind mit dem Zug gut erreichbar. Für solche Tagesausflüge lohnt sich ein Blick auf die SBB Spartageskarte.
Die Spartageskarte ist ein kontingentiertes Angebot für Reisen im GA-Geltungsbereich. Laut SBB gibt es sie ab CHF 29 mit Halbtax und ab CHF 52 ohne Halbtax in der 2. Klasse. Sie ist nur im Vorverkauf erhältlich, frühestens sechs Monate und spätestens einen Tag vor der Reise. Je früher Sie buchen, desto besser sind meistens die Chancen auf günstige Preise.
Zusätzlich gibt es die Spartageskarte Gemeinde. Sie wird über teilnehmende Gemeinden und Städte verkauft, ist personalisiert und ebenfalls kontingentiert. Prüfen Sie vorab die Verfügbarkeit und die Verkaufsstelle, weil der Kauf nicht wie ein normales Online-Ticket funktioniert.
Coop und Interdiscount bieten zeitweise Spezial-Tageskarten an. Solche Aktionen können attraktiv sein, besonders wenn man kein Halbtax hat. Sie sind aber nicht dauerhaft verfügbar und gelten nur nach den jeweiligen Bedingungen. Prüfen Sie deshalb immer Zeitraum, Gültigkeit, Verkehrsmittel und Einlösefrist. Wichtig: Eine Schifffahrts-Tageskarte ist nicht dasselbe wie eine ÖV-Tageskarte für Zug, Bus und Tram.

Einkaufen: Migros, Coop und Sonntage
Für den Alltag werden Sie schnell bei Migros und Coop landen. Migros ist oft gut für Lebensmittel, verkauft aber in der Regel keinen Alkohol. Coop führt Alkohol und hat häufig etwas längere Öffnungszeiten, je nach Standort. Daneben gibt es Denner, Aldi, Lidl, lokale Bäckereien, Apotheken und kleine Quartierläden.
Ein wichtiger Punkt für Neuankommende: Sonntags sind viele Läden geschlossen. Ausnahmen gibt es zum Beispiel am Zürich Hauptbahnhof, am Flughafen, in Tankstellenshops, bei Coop Pronto, avec oder einzelnen Quartierläden. Wenn Sie am Wochenende ankommen, kaufen Sie Grundnahrungsmittel besser frühzeitig ein.
Kundenkarten wie Migros Cumulus oder Coop Supercard sind nicht zwingend, aber im Schweizer Alltag verbreitet. Wer länger bleibt oder regelmässig einkauft, kann damit Rabatte, digitale Bons und Aktionen nutzen.
Züri-Säcke und Entsorgung
In Zürich wird normaler Haushaltsabfall im offiziellen blauen Züri-Sack entsorgt. Diese Säcke gibt es in verschiedenen Grössen und bei vielen Detailhändlern. In Migros, Coop und anderen Supermärkten liegen sie oft nicht frei im Regal. Fragen Sie an der Kasse oder beim Kundendienst nach Züri-Säcken.
Papier und Karton werden separat gesammelt und müssen am richtigen Tag bereitgestellt werden. Meist werden sie gebündelt oder ordentlich zusammengelegt an den Strassenrand gestellt. Glas, Metall, Batterien, Textilien und Öl gehören zu Sammelstellen oder speziellen Rückgabestellen.
Sehr hilfreich ist der Entsorgungskalender der Stadt Zürich oder die App von Entsorgung + Recycling Zürich. Dort können Sie Ihre Adresse eingeben und Erinnerungen für Hauskehricht, Papier, Karton, Textilien, Cargo-Tram oder E-Tram erhalten.
Ein einfacher Grundsatz hilft: Haushaltsabfall in den Züri-Sack, Recycling getrennt sammeln, Karton nicht einfach jederzeit vor die Tür stellen. So vermeiden Sie Ärger mit Verwaltung, Nachbarschaft oder Stadt.
Handy, eSIM und Steckdosen
Eine Schweizer Telefonnummer ist nicht zwingend ab dem ersten Tag nötig, aber sehr praktisch. Viele Apps, Lieferdienste, Banken und Buchungen arbeiten mit SMS-Verifikation. Für kurze Aufenthalte kann eine eSIM reichen; wer länger bleibt, vergleicht Prepaid- und Abo-Angebote.
Eine konkrete Option ist Digital Republic. Das Abo Flat Mobile Swiss startet laut Anbieter bei CHF 13 pro Monat, hat keine Mindestvertragslaufzeit und bietet in der Schweiz unlimitierte Daten, Telefonie und SMS im 5G-Netz. Die eSIM lässt sich digital aktivieren und ist deshalb praktisch, wenn Sie schnell mobiles Internet und eine Schweizer Nummer brauchen. Prüfen Sie vor Abschluss trotzdem Preis, Roaming, Netzabdeckung und aktuelle Bedingungen.
Denken Sie auch an Schweizer Steckdosen. Viele europäische Zweipol-Stecker passen, grössere Schuko-Stecker aus Deutschland aber nicht immer. Ein kleiner Adapter im Gepäck spart in den ersten Tagen unnötige Wege.
Wenn Sie in einer möblierten Wohnung wohnen, sind WLAN und Grundausstattung meist bereits vorhanden. Trotzdem lohnt es sich, Ladegeräte, Adapter und eine Powerbank griffbereit zu haben, besonders wenn Sie am Anreisetag viel mit Apps, Karten und Tickets unterwegs sind.
Nützliche Apps für die ersten Tage
Für den Start reichen wenige Apps. SBB Mobile und ZVV helfen beim öffentlichen Verkehr. TWINT ist für Zahlungen praktisch, wird aber oft erst richtig bequem, wenn Telefonnummer, Adresse und Banklösung geklärt sind. MeteoSwiss ist hilfreich, weil das Wetter zwischen See, Stadt und Bergen schnell wechseln kann. Alertswiss informiert bei offiziellen Warnungen.
Für Entsorgungstermine lohnt sich die ERZ-App der Stadt Zürich. Für die Orientierung in der Stadt funktionieren Google Maps, Apple Karten oder die ZVV-App gut. Wenn Sie häufig mit dem Velo unterwegs sind, prüfen Sie zusätzlich lokale Sharing-Angebote und Velorouten.
Notfallnummern speichern
Speichern Sie die wichtigsten Notfallnummern direkt im Handy. In der Schweiz und in Europa funktioniert die 112 als allgemeine Notrufnummer. Direkt erreichen Sie die Polizei unter 117, die Feuerwehr unter 118 und die Sanität unter 144. Für Vergiftungen gibt es die Nummer 145.
Für medizinische Fragen ausserhalb echter Notfälle gibt es je nach Situation ärztliche Notfalldienste, Apotheken oder Telemedizin-Angebote. Bei Lebensgefahr oder schweren Unfällen gilt aber immer: sofort 144 oder 112 anrufen.
Der einfache Start in Zürich
Für die ersten Tage ist nicht wichtig, alles perfekt zu organisieren. Wichtiger ist, dass Sie mobil sind, einkaufen können, wissen wohin mit dem Abfall und im Notfall die richtigen Nummern haben. Der Rest folgt Schritt für Schritt.
Wenn Sie in einer möblierten Wohnung von Apartments Zürich wohnen, sind viele Startthemen bereits gelöst: Möbel, Küche, WLAN, Wäsche und Grundausstattung sind vorhanden. So bleibt mehr Zeit, Zürich wirklich kennenzulernen.